Archive for Feminismus

31 May 2009

Gender und social media

Comments Off Digitalkultur, Feminismus, Social Network

In einem schönen Artikel auf “Collective Thoughts” widmet sich Ryan der Frage welche Rolle “Gender” für das Nutzungsverhalten von social Networks und social Media spielt.

Gender Differences In Social Media Participation

I think women put more emphasis, focus and time into their social media browsing than men. Men seem to be very ADHD with social media, jumping from news story to story, whereas I’ve noticed women take slow time and incorporate what they read more into their daily life and lifestyle planning.” Loren Baker, Search Engine Journal So before getting to a list of some observations and a handful of insightful quotes from my social media friends, let’s draw a conclusion. I believe that the social media professional will be much more successful at his or her craft when taking gender differences seriously. The key, really, is to understand the needs of each person you interact with. Offer them something in return. But don’t assume that everyone wants the same thing. Take the time to understand what motivates each of your social media friends and go above and beyond the call of duty to interact with them so that when it comes time that you need something, they are eager to help. And remember that it’s very easy to wear out a social relationship of any kind (marriage, friendship, business) if one party is not having his or her needs met or if one person is carrying too much of the burden. Before ending this article I’ve included a few more general observations that come from various social media friends who chose to be anonymous. We’d love for you to add your thoughts in the comments.
  • Men often make accounts that look like attractive females for pragmatic purposes (to motivate more action by other social media participants)
  • Women tend to use Twitter more for chatting and real conversations
  • Men tend to use Twitter more for marketing
  • Women are more likely to forward chain emails
  • Men are more comfortable with manipulative behavior so long as it helps them acheive their goals
  • Women like sites that facilitate discussions about life and offer a peek into others’ lives
  • With men, social cooperation comes down to swapping favors
  • With women, you have to earn social cooperation through relationship

01 May 2009

»Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen« von Judith Butler

Comments Off Feminismus, Gesellschaftskritik, Kulturkritik

In ihrem neuen Essayband »Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Geschlechtlichen« untersucht Judith Butler das Veschwinden der Familie und die Regulierung von Intersexualität und Transsexualität.

Judith Butler: Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009, 416 Seiten, 24,80 Euro

Ein Ausschnitt aus der Buchbesprechung “Feminismus für Refresher” von Martin Büsser über das neue Buch von Judith Butler: Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen

Ihre zuerst in das »Das Unbehagen der Geschlechter« darlegte These von der Performativität des Geschlechts, das uns weder »gegeben« noch angeboren ist, sondern erlernt und geformt wird, steht nach wie vor am Beginn all ihrer jüngeren Texte, ganz so, als müsse es immer wieder ins Gedächtnis gerufen und gegenüber jenen wirkmächtigen Stimmen verteidigt werden, die Geschlechterdifferenz nach wie vor untermauern. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Butler in ihren neueren Aufsätzen nur ein Update von »Das Unbehagen der Geschlechter« liefert, sondern es zeigt lediglich, dass die von Butler entscheidend geprägten Gender- und Queer-Stu­dies sogar im wissenschaftlichen Kontext noch lange nicht als Allgemeinwissen oder Standard vorausgesetzt werden können. Ein gewisser Legitimationszwang, der in all diesen Texten mit­schwingt, macht auf ernüchternde Weise deutlich, wie dünn das Eis ist, auf dem Butler bis heute um Anerkennung oder auch nur Aufmerksamkeit ringen muss. Viele, die mit jün­geren linken Diskursen vertraut sind, aus denen Gender- und Queer-Studies gar nicht mehr wegzudenken sind, mag es verwundern, wie beharrlich Judith Butler immer wieder auf das Einmaleins der Gender-Theorie zurückkommt, doch genau das macht ihre Texte sympathisch, verhindert es doch ein Abgleiten in wissenschaft­liche Hermetik, die davon ausgeht, dass alles stets bei allen Lesern vorausgesetzt werden kann. Butler weiß, dass dies nicht der Fall ist. Ihre hier versammelten Texte sind in einer Zeit gesellschaftlicher Regression entstanden, in der zwar die Gender-Forschung an den Universitäten voranschreiten konnte, Werte wie Religion und Kleinfamilie zugleich jedoch eine ungeahnte Renaissance erfahren haben.

02 Apr 2009

Feministische Netzkultur

1 Comment Demokratie, Digitalkultur, Feminismus

Auf der re:publica haben politische Themen einen Schwerpunkt und das ist auch gut so! So gibt es auch etwas zum Thema Feminismus .. Feminismus und Web2.0 – wie passt das zusammen? Wie lassen sich Möglichkeiten der neuen Medien und speziell des Internet für eine feministische Politik nutzen? Diesen und anderen Fragen gehen die Frauen der “Mädchenmannschaft” in der Veranstaltung: Feministische Netzkultur -Das Web 2.0 als Plattform für die Dritte Welle

Feministing.com in den USA hat es vorgemacht: Mit dem Internet, insbesondere mit Blogs, können AnhängerInnen zu Themen mobilisiert werden, die von den tradionellen Medien größtenteils ignoriert werden oder in der Öffentlichkeit nicht besonders populär sind. Feministing.com startete 2004 und hat eine eigene Community, in der sich Gleichgesinnte vernetzen und Erfahrungen austauschen. Das Web 2.0 bietet auf der anderen Seite auch für die Frauenbewegung ganz neue Möglichkeiten: eine leichtere (globale) Vernetzung, einen direkten Austausch über Gedanken und Ideen; Debatten finden (halb-)öffentlich statt und nicht mehr nur hinter den Türen der Gender Study-Seminare oder Frauenbeauftragten. Feministische Blogs können so ungleich viel mehr Menschen erreichen als es jede Demo oder jeder Flyer könnte.
Eine ähnliche Entwicklung fand auch – wenngleich etwas später – in Deutschland statt: Hier ging 2005 das Genderblog online, das Mädchenblog im Juni 2006 und im Oktober 2007 folgte die Maedchenmannschaft.net. Die Mädchenmannschaft wurde im November 08 mit dem BOBs-Award als „Bestes Weblog Deutsch“ ausgezeichnet. Dieser Vortrag/Workshop beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, die das Bloggen einem Feminismus der Dritten Welle bietet und auch mit den Schwierigkeiten, die damit einhergehen.
  • So schreiben mehr Mädchen und Frauen in ihren Weblogs persönliche Tagebücher, während Jungen und Männer mit ihren Blogs gesellschaftliche Themen wie Politik, Wirtschaft, Sport aufgreifen. Durch diese Teilung in private und öffentliche Themen und die Dominanz eines Geschlechts in jedem der Teile, bleibt die Blogosphäre in alten Rollenmustern verhaftet und bestimmen weiterhin die Jungs und Männer die großen Debatten.
  • So entblößen sich immer mehr junge Frauen freiwillig in Social Networks wie MySpace oder StudiVZ. Um Aufmerksamkeit zu bekommen, fallen die Hüllen und werden die Lippen zur Schnute gepresst. Online pressen sich junge Frau so selbst wieder in ein eindimensionales Frauenbild.

Und auf Ihrem Blog schreiben sie zur heutigen Veranstaltung: All the www-Ladys, it’s re:publica time!

Heute startet die re:publica in Berlin. Eine Übersicht über alle Veranstaltungen findet ihr auf der re:publica-Webseite, zwei Termine will ich euch aber besonders ans Herz legen, beide morgen, am Donnerstag, den 2. April 2009: Um 16 Uhr könnt ihr euch in der Kalkscheune in der Johannisstraße einen Vortrag von Katrin anhören, und zwar zum Thema “Feministische Netzkultur – Das Web 2.0 als Plattform für die Dritte Welle”. Darin geht es um weibliche Netzkultur im Allgemeinen und die Möglichkeiten des feministischen Netzwerkens im Speziellen. Um 19 Uhr ruft dann das Girl Geek Dinner zum ganz realen Netzwerken. Im Coffee Carma am Ostkreuz könnt ihr andere Girl Geeks kennenlernen, einen Vortrag hören und gemeinsam diskutieren und euch so in entspannter Runde in Sachen Technologie und Medien etwas Input gönnen.

24 Mar 2009

Frauenpower im Netz: Ada Lovelace Day

Comments Off Demokratie, Feminismus

Großartige Frauen in allen Bereichen der  Gesellschaft gibt es viele. Auch im Bereich Wissenschaft, Forschung und Technik gibt es viel mehr solch großer Frauen als es unser  patriarchal und heteronormativ geprägtes Alltagsbewusstsein wahrnimmt. Eine gute Gelegenheit auf diese Frauen, ihre Projekte und immer noch großen Missstände in unserer Gesellschaft hinsichtlich der Geschlechterfrage aufmerksam zu machen bietet der Ada Lovelance Day. Auf dem Blog Mathemagenic kann man dazu lesen:

Ada Lovelace Day: lessons learnt from my mother

Today is the Ada Lovelace Day, “an international day of blogging to draw attention to women excelling in technology” (more at findingada.com). Reading about the research results showing that “women need to see female role models more than men need to see male ones” made me realising how lucky I am with having my mother as a role model.

Und Anne Roth schreibt auf Annalist:

Schon fast vorbei ist Ada Lovelace Day – Ein Tag, um über Frauen zu bloggen, die im Bereich Technik herausstechen. Oder so. Die englische Fassung klingt netter: Ada Lovelace Day is an international day of blogging to draw attention to women excelling in technology. Women’s contributions often go unacknowledged, their innovations seldom mentioned, their faces rarely recognised. We want you to tell the world about these unsung heroines. Whatever she does, whether she is a sysadmin or a tech entrepreneur, a programmer or a designer, developing software or hardware, a tech journalist or a tech consultant, we want to celebrate her achievements.

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