“Boredom is always counterrevolutionary. Always.” Guy Debord

What the hack?

Posted: January 26th, 2010 | Author: | Filed under: Digital Natives, Digitalkultur | Tags: , , | Comments Off

Was ist ein Hacker? Was unterscheidet gute Hacker von bösen Hackern? Diese und weitere Fragen rund um den Mythos “Hacker” sind derzeit in vielen bürgerlichen Medien zu finden. So berichtet Zeit Online gar, mit “Respekt: »Nature« meint: Hacker sind Forscher. Die guten jedenfalls“. Das freut mich. Und ReadWriteWeb fragt: Since When Is “Hacker” a Bad Word? Das frage ich mich auch – denn die Betrachtung, wie die ganze Debatte um den Konflikt “China vs. Google” bleibt doch sehr an der Oberfläche. Wichtige Grundlagentexte der Hacker-Kultur: How To Become A Hacker von Eric Steven Raymond, das Hacker Manifest und und natürlich die Hacker’s Ethics der Cyberpunks:

The idea of a “hacker ethic” is perhaps best formulated in Steven Levy’s 1984 book, Hackers: Heroes of the Computer Revolution. Levy came up with six tenets:

  1. Access to computers – and anything which might teach you omething about the way the world works – should be unlimited and total. Always yield to the Hands-On imperative!
  2. All information should be free.
  3. Mistrust authority – promote decentralization.
  4. Hackers should be judged by their hacking, not bogus criteria such as degress, age, race, or position.
  5. You can create art and beauty on a computer.
  6. Computers can change your life for the better.

Mark Fonseca Rendeiro reports on the 26C3 conference, which took place in Berlin, and showed the hacker movement is reaching the treshold of becoming a public social movement, with physical spaces in the whole world. Excerpt:

“Throughout the world, hackers have come out from their bunkers and opened up community spaces. They go by various names (co-working spaces, clubhouses, hideouts, space stations) and are a global-scale breakthrough for a community that for decades has not always been willing or able to go public. By opening up, they’ve not only gone public, but have also opened their doors to anyone curious or interested in the world of technology and how things work.

Videos zum Thema Hacker und Hackerkultur auf dem diesjährigen Chaos Communication Congress, 26C3:

  • A Hacker’s Utopia mp4
  • Weaponizing Cultural Viruses mp4
  • Der Hackerparagraph beim Bundesverfassungsgericht mp4

Ausserdem habe ich den “Opendata Hackday” mit einem Kurzvortrag vorgestellt.

Philip Banse hat für den Deutschlandradio Länderreport eine Art Liebeserklärung an Berlin in Form einer Story gemacht: Berlin – Welt-Hackerhauptstadt.

Hacker dringen in Computersysteme ein, zeigen Sicherheitslücken auf und verweisen auf technische Schwachstellen. Häufig sind sie Bastler und Enthusiasten, die Neues entdecken. Die Berliner Hacker-Szene ist vielfältig und genießt international hohes Ansehen. Hier ist die MP3.

Podiumsdiskussion der Wikipedia: Der Kampf um die Relevanz

Posted: November 2nd, 2009 | Author: | Filed under: Digital Natives, Digitalkultur, Termine, Zensur | Tags: , , | Comments Off

Mit einer Podiumsdiskussion am 5. November will der Verein Wikimedia Deutschland den neu aufgeflammten Streit um Relevanz-Kriterien in der Deutschen Wikipedia schlichten. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat sich gegenüber heise online für eine Beibehaltung der Löschpraxis ausgesprochen. Via Heise: Wikimedia Deutschland lädt zur Relevanz-Diskussion

Wann: 5. November 2009 um 18:00 Uhr
Wo: Vereinsräumen von Wikimedia Deutschland, Eisenacher Str. 2, 10777 Berlin

Siehe auch:

Update: Passend zum Thema heute ist Jimmy Wales, der Gründer der Wikipedia bei der BBC Digital Planet im Interview.


Zündfunk: Generation Internet

Posted: October 29th, 2009 | Author: | Filed under: Digital Natives, Digitalkultur, Podcast | Tags: , , | Comments Off

In einem Rundumschlag befasst sich das Magazin Zündfunk des Bayrischen Rundkunks mit der Generation Internet, den sogenannten digital natives. Dabei werden gleich eine ganze Rheie von Themen angesprochen: Medienwandel, Bloggen, social Media, Internetzensur, Piraten, und einiges mehr.

25. Oktober 2009: Digital Natives – Die Generation Internet zwischen Mythos und Alltag. Sendung von Ania Mauruschat Während die Elterngeneration noch ratlos vor ihrem Handy steht, surft die Generation ihrer Kinder, die Generation der sogenannten “Digital Natives”, schon ganz selbstverständlich durch die Online-Welt. Und ruft unzählige Ängste wach: Piraten, Raubkopierer, verhaltensgestörte ADS-Kids, Exhibitionisten, verrohte Killerspielsüchtige, potentielle Amokläufer. Der Zündfunk-Generator hat hinter die Fassade der Medienklischees geguckt und mit zwei Digital Natives gesprochen: Mit der 19jährigen Bloggerin Eva Schulz und dem 29jährigen Piraten Klaus Müller. Und mit dem schweizerisch-amerikanischen Juristen Urs Gasser, der in Harvard das Berkmann Center for Internet and the Society leitet und mit seinem Kollegen John Plafrey das Buch “Generation Internet” geschrieben hat.

Als mp3 oder hier der Podcast


Relevant: Die Wikipedia-Debatte

Posted: October 29th, 2009 | Author: | Filed under: Digital Natives, Digitalkultur, Podcast, Zensur | Tags: , , | 1 Comment »

Diesmal hat sich das Chaosradio wieder ein ganz heißes Eisen vorgenommen. Anlässlich der jüngsten Streitereien um die sogenannten Relevanz-Kriterien ein wichtiger Beitrag. Die Wikipedia-Debatte. Vielen Dank Chaosradio Team!

Die Wikipedia ist das Lexikon des Internets. In den letzten Wochen kam es in der Netzwelt jedoch zu heftigen, teils sehr emotionalen Debatten über die Kriterien und Methoden, nach denen in der deutschen Wikipedia Artikel für aufnahmewürdig befunden werden. Im Chaosradio zu Gast ist Sargoth, ein aktiver Wikipedia-Admin, um mit uns über das Selbstverständnis der Wikipedia, die Probleme bei der Verwaltung des Weltwissens und die Zukunft des Projekts zu sprechen. Wir wollen aber nicht nur über Inkludisten und Exkludisten reden, sondern auch darüber, welche Erfahrungen unsere Hörer mit der Wikipedia haben und was sie von ihrem Internet-Lexikon erwarten.

Siehe auch


atoms&bits meets all2gethernow

Posted: September 15th, 2009 | Author: | Filed under: Commons, Copyright, Digital Natives, Digitalkultur, Termine, web2.0 | Tags: , , , , , , , | Comments Off
Dieser Tage gibt es im Rahmen des all2gethernow Camp , des atoms&bits Festival und des atoms&bits Camp wirklich sehr sehr viele interessante Veranstaltungen in Berlin. Eine das mir besonders interessant erscheint ist dieses Video-Interview with Brett Gaylor, RIP Remix Manifesto:
Als Dieter Gorny im Sommer diesen Jahres bekannt gab, dass Deutschlands größte Musikmesse – die Popkomm – in diesem Jahr aufgrund von Internetpiraterie und die dadurch entstehenden Einnahmeeinbußen der Branche nicht stattfinden wird, hat dies ein großes Medien-Echo hervorgerufen. Das Aussetzen der Popkomm war gleichzeitig die Initialzündung  zur Gründung des all2gethernow e.V. als neue Plattform für alle, die an der Musik, Kreativität und Kultur und den dafür notwendigen Rahmenbedingungen interessiert sind. Die Gründungsmitglieder wollten die Absage an die Musik- und Kreativbranche, an Musiker und Künstler nicht so einfach hinnehmen. Stattdessen setzten sie sich das  Ziel, eine Veranstatung zu organisieren, die Produzenten, Musiker und Nutzer, Plattenlabels und Veranstalter gemeinsam an einen Tisch bringt, um über zeitgemäße Geschäftsmodelle, zukunftsorientierte Konzepte und neue Ideen für die Musikbranche zu sprechen – mit großem Erfolg! Die erste all2gethernow findet vom 16-18.09.09 in Berlin statt Auf dem all2gethernow Camp geben wir mit einem online Interview des “RIP-A Remix Manifesto“- Regisseurs und Gründers von Open Source Cinema Brett Gaylor einen Vorgeschmack auf unser Programm. Das Interview führt John H. Weitzmann von Creative Commons Germany. RIP A Remix Manifesto – Wir zeigen die weltweit erste Open Source Dokumentation über Mashup-Music, Remix-Culture und Urheberrecht im digitalen Zeitalter am Donnerstag den 24.09.09 um 20.00h im betahaus. Zur Veranstaltung
Start time: 16. September 2009 – 15:45
End time: 16. September 2009 – 17:15

Das a2n camp Programm im Überblick

Posted: September 15th, 2009 | Author: | Filed under: Commons, Copyright, Digital Natives, Digitalkultur, Termine, web2.0 | Tags: , , , , , | Comments Off

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Das wurde ja schon langsam etwas unübersichtlich mit den vielen Veranstaltungen rund um das all together now Camp und Konferenz. Hier nun der praktische alltogethernow #camp Programm im Überblick

Rund 50 Sessions an 2 Tagen – das a2n #camp Programm für Mittwoch 16.09. und Donnerstag 17.09.

Für alle, die ihre beiden #camp Tage auf der all2gethernow planen möchten HIER der aktuelle Programm- Planungsstand nach Uhrzeit und Tag geordnet im Überblick.

Die ausführlichen Beschreibungen der einzelnen Sessions inkl. Liste der Referenten sind nach Themen geordnet, und werden bis zum Wochenende auch in eine entsprechende Zeittabelle überführt.

Am Mittwoch liegt ein Schwerpunkt auf politischen und Strukturellen Themen, z.B. mit der Session von Andrew Dubber zu “Music as Culture”, der Runde zur Zukunft der Verwertungsgesellschaften, Berlin an einem Tisch, einer Runde zur Diskussion der Kulturflatrate, verschiedenen Sessions zu Kreativitätsstandorten und Kreativwirtschaft etc.. Ebenso drehen sich die Themen am Mittwoch um Medien und Fernsehen. Und die meisten Hands-on Workshops – zu rechtlichen Fragen, Finanzierung und Digital Self Management for Artists finden am Mittwoch statt.

Am Donnerstag stehen neue Strategien für Künstler, Labels, Medien und Web-Services im Fokus. Eine Runde zu Empfehlungskulturen mit Christian Tjaben – from Peel to Peer, – Wie geht es meinem Lieblingsplattenladen / wo kaufe ich was – mit Barbara Hallama, neue Finanzierungsstrategien für Musik, Fusing Art and Technology, Vertrieb für Labels, Strategien für Netlabels, Open Music etc. stehen auf dem Programm. Ebenso geht es um angrenzende Themen wie Musik und Film und Musik und Games. Nachhaltigkeit ist auch ein Thema am Donnerstag.

Bis zum #camp selbst wird dieser Plan laufend aktualisiert, da täglich noch neue Sessions hinzukommen. Wer noch ein Thema einbringen möchte, meldet sich bitte bei camp [at] a-2-n.de.

Also – kommt zu Hauf and spread the word ..


Internetversteher verstehen das Internet nicht

Posted: September 7th, 2009 | Author: | Filed under: Bloggen, Digital Natives, Digitalkultur | Tags: , , | 3 Comments »

Screenshot-1

Das ging schnell. Vor wenigen Stunden wurde das “Internet-Manifest” veröffentlicht und nach einiger Kritik an Inhalt, Form und Entstehung des Manifests stellte Markus Bekedahl den Text zur “kolaborativen Zusammenarbeit” ins Wiki von Netzpolitik.org

Das Wiki wurde sofort Zeit geentert und durch Vandalismus nach kurzer Zeit unbrauchbar. Das ist natürlich das Werk von Trollen und keine schöne Sache. Was sich hier freilich zeigt ist die Verärgerung einiger aus der deutschen Online / Blogger Community über die selbstherrliche Attitude  mit welcher das Manifest von diesem Kreis von 15 “Alfabloggern”  veröffentlicht wurde. Das sieht nämlich ganz so aus als spreche hier eine selbsternannte “Elite” im Namen der Community. Der zweite Grund des Ärgers ist jedoch der Inhalt. Die Thesen sind seicht, marktkonform und somit eine Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen statt einer radikalen Kritik.

Interessant ist auch, dass das Manifest international viel positive Resonanz bekommt wärden hierzulande fast nur bissige Kritik. In der Tat kann selbst eine so grandiose Veranstaltung wie die re:publica nicht darüber hinwegtäuschen, dass  sich die Blogger Community hierzulande mit viel Missgunst und Eifersüchteleien gegenseitig beobachtet. Lest selbst. Aus dem Wiki:

Internetversteher verstehen das Internet nicht “Erwartungsgemäß scheint das mit der Manifest Weiterentwicklung in einem wiki nicht zu funktionieren. Zuviel Vandalismus. Schade.” Weil ihr Realitätsfern seid! Wahre Geschichte Bruder! Gestern hab ich ein Internet-Manifest erstellt. Das war nach ein paar Stunden schon schrott, weil irgendwie Kritik ins Manifest gekommen ist. Fand ich schon wunderlich, weil ich nur in Blognähe war. Kostete mich dann über 9000 Stunden Reperatur, weil Sascha Lobo dafür keine Garantie übernehmen wollte. Heute hab ich es zurückbekommen. Dann sofort der nächste Schaden: Das Manifest wird kaputtgeredet. Einfach so. Ohne Akzeptanz ist das Manifest aber weitgehend wertlos. Mal schauen, was Sascha Lobo dazu sagt und ob diesmal die Garantie wenigstens zieht. Ich ärgere mich nur, dass ich soviel Zeit in ein Internet-Manifest investiert habe, das innerhalb von Stunden zum zweiten Mal kaputtgeredet wird. Und ich mich jetzt wieder mit dem Sascha Lobo rumärgern darf. Nochmal bin ich nicht bereit, Zeit dafür zu investieren Das Internet braucht keine selbstverliebten Medienhuren, die denken dass sie die “Generation Wikipedia” vertreten キタ━━━━━━(゚∀゚)━━━━━━ !!!!! Das Internet braucht kein Urheberrecht Jeder darf Uhren aufheben! Das Internet braucht kein neues Manifest, denn das gab es schon: A Declaration of the Independence of Cyberspace by John Perry Barlow vom EFF

Internet-Manifest veröffentlicht

Posted: September 7th, 2009 | Author: | Filed under: Bloggen, Digital Natives, Digitalkultur, Medienkritik | Tags: , , , , , | Comments Off

Die Debatte ist schon etwas älter, die Fronten sind verhärtet. Seit mehreren Jahren gibt es erbitterten Streit um einen vermeintlichen Konflikt der am besten mit den Stichworten: “Medienwandel” und “Qualitätsjournalismus vs. das geschwätzige Rauschen des Internet” beschrieben werden kann. Darin werden Untergangszenarien der traditionellen (Print-) Medien wegen der Konkurrenz der neuen Medien ebenso unhinterfragt in die Debatte geführt wie die Behauptung traditioneller (kommerzieller) Journalismus sei Qualitätsjournalismus und das Treiben der Blogger, auch als Bürgerjournalismus bezeichnet, sei ein geschwätziger Strom von Gequassel und Behauptungen.

Wie sehr dabei Protagonisten beider Seiten die Welt nur durch ihre Brille sehen und wie wenig dabei über den eigenen Tellerrand geblickt wird belegen unzählige Beiträge.

Auf Initiative von Mario Sixtus hat nun eine Gruppe von Netzafinen das Internet-Manifest “Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen” verfasst, um der Debatte über den “Untergang des sogenannten Qualitätsjournalismus” und der latenten Internetfeindlichkeit in vielen Medien ein zeitgenössisches Manifest entgegen zu setzen. 

Auf der Seite “Internet-Manifest” kann jeder Mitzeichner werden. Der Text steht unter der CC-BY-Lizenz und kann zu den Bedingungen gerne und oft wieder verwendet und kopiert werden.

Internet-Manifest

Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.

1. Das Internet ist anders.

Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.

2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.

Das Web ordnet das bestehende Mediensystem neu: Es überwindet dessen bisherige Begrenzungen und Oligopole. Veröffentlichung und Verbreitung medialer Inhalte sind nicht mehr mit hohen Investitionen verbunden. Das Selbstverständnis des Journalismus wird seiner Schlüssellochfunktion beraubt – zum Glück. Es bleibt nur die journalistische Qualität, die Journalismus von bloßer Veröffentlichung unterscheidet.

3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.

Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.

4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.

Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.

5. Das Internet ist der Sieg der Information.

Bisher ordneten, erzwungen durch die unzulängliche Technologie, Institutionen wie Medienhäuser, Forschungsstellen oder öffentliche Einrichtungen die Informationen der Welt. Nun richtet sich jeder Bürger seine individuellen Nachrichtenfilter ein, während Suchmaschinen Informationsmengen in nie gekanntem Umfang erschließen. Der einzelne Mensch kann sich so gut informieren wie nie zuvor.

6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.

Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen. Dazu gehört die Darstellung der Information als sich ständig verändernder fortlaufender Prozess; der Verlust der Unveränderlichkeit des Gedruckten ist ein Gewinn. Wer in dieser neuen Informationswelt bestehen will, braucht neuen Idealismus, neue journalistische Ideen und Freude am Ausschöpfen der neuen Möglichkeiten.

7. Das Netz verlangt Vernetzung.

Links sind Verbindungen. Wir kennen uns durch Links. Wer sie nicht nutzt, schließt sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs aus. Das gilt auch für die Online-Auftritte klassischer Medienhäuser.

8. Links lohnen, Zitate zieren.

Suchmaschinen und Aggregatoren fördern den Qualitätsjournalismus: Sie erhöhen langfristig die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten Öffentlichkeit. Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert.

9. Das Internet ist der neue Ort für den politischen Diskurs.

Demokratie lebt von Beteiligung und Informationsfreiheit. Die Überführung der politischen Diskussion von den traditionellen Medien ins Internet und die Erweiterung dieser Diskussion um die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit ist eine neue Aufgabe des Journalismus.

10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.

Artikel 5 des Grundgesetzes konstituiert kein Schutzrecht für Berufsstände oder technisch tradierte Geschäftsmodelle. Das Internet hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf. Deshalb muss das Privileg der Pressefreiheit für jeden gelten, der zur Erfüllung der journalistischen Aufgaben beitragen kann. Qualitativ zu unterscheiden ist nicht zwischen bezahltem und unbezahltem, sondern zwischen gutem und schlechtem Journalismus.

11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.

Es waren einst Institutionen wie die Kirche, die der Macht den Vorrang vor individueller Informiertheit gaben und bei der Erfindung des Buchdrucks vor einer Flut unüberprüfter Information warnten. Auf der anderen Seite standen Pamphletisten, Enzyklopädisten und Journalisten, die bewiesen, dass mehr Informationen zu mehr Freiheit führen – sowohl für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

12. Tradition ist kein Geschäftsmodell.

Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele. Das wettbewerbsintensive Internet erfordert aber die Anpassung der Geschäftsmodelle an die Strukturen des Netzes. Niemand sollte versuchen, sich dieser notwendigen Anpassung durch eine Politik des Bestandsschutzes zu entziehen. Journalismus braucht einen offenen Wettstreit um die besten Lösungen der Refinanzierung im Netz und den Mut, in ihre vielfältige Umsetzung zu investieren

13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.

Das Urheberrecht ist ein zentraler Eckpfeiler der Informationsordnung im Internet. Das Recht der Urheber, über Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Netz. Dabei darf das Urheberrecht aber nicht als Hebel missbraucht werden, überholte Distributionsmechanismen abzusichern und sich neuen Vertriebs- und Lizenzmodellen zu verschließen. Eigentum verpflichtet.

14. Das Internet kennt viele Währungen.

Werbefinanzierte journalistische Online-Angebote tauschen Inhalte gegen Aufmerksamkeit für Werbebotschaften. Die Zeit eines Lesers, Zuschauers oder Zuhörers hat einen Wert. Dieser Zusammenhang gehört seit jeher zu den grundlegenden Finanzierungsprinzipien für Journalismus. Andere journalistisch vertretbare Formen der Refinanzierung wollen entdeckt und erprobt werden.

15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.

Das Internet hebt den Journalismus auf eine qualitativ neue Ebene. Online müssen Texte, Töne und Bilder nicht mehr flüchtig sein. Sie bleiben abrufbar und werden so zu einem Archiv der Zeitgeschichte. Journalismus muss die Entwicklungen der Information, ihrer Interpretation und den Irrtum mitberücksichtigen, also Fehler zugeben und transparent korrigieren.

16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.

Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware. Ein Publikum gewinnt auf Dauer nur, wer herausragend, glaubwürdig und besonders ist. Die Ansprüche der Nutzer sind gestiegen. Der Journalismus muss sie erfüllen und seinen oft formulierten Grundsätzen treu bleiben.

17. Alle für alle.

Das Web stellt eine den Massenmedien des 20. Jahrhunderts überlegene Infrastruktur für den gesellschaftlichen Austausch dar: Die “Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten – für sich oder in der Gruppe. Journalisten mit Standesdünkel und ohne den Willen, diese Fähigkeiten zu respektieren, werden von diesen Nutzern nicht ernst genommen. Zu Recht. Das Internet macht es möglich, direkt mit den Menschen zu kommunizieren, die man einst Leser, Zuhörer oder Zuschauer nannte – und ihr Wissen zu nutzen. Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt.

Internet, 07.09.2009

Wer dabei mithelfen möchte, diesen Text weiterzuentwickeln, kann das gerne hier tun.


Clay Shirky: “Der Anführer muss nicht der Manager sein”

Posted: August 29th, 2009 | Author: | Filed under: Digital Natives, Digitalkultur, Video, web2.0 | Tags: , | Comments Off

oh how wow! Hier hat der elektronische Reporter einen der großen Visionäre und Ideengeber der web2.0 Gemeinschaft im Interview. Ich empfehle besonders sein Buch zu lesen.

Clay Shirky ist Professor für neue Medien an der New York University. Sein jüngstes Buch ‘Here Comes Everybody’ beschäftigt sich mit der Macht führerloser Organisationsformen. Mit dem “Elektrischen Reporter” spricht er darüber, wie digitale Technologien unsere Gesellschaft verändern.

<p style="text-align: center;margin-top: 1em;margin-bottom: 1em"><a href="http://www.elektrischer-reporter.de/rohstoff/video/157/">Elektrischer Reporter – Clay Shirky: “Der Anführer muss nicht der Manager sein”</a></p>

Dieses Interview im Kontext: Kollektives Kino: Und alle drehen mit


Ignite OSCON 5 min presentations

Posted: August 24th, 2009 | Author: | Filed under: Digital Natives, Digitalkultur, Open Source, Video | Tags: , , | Comments Off

Woow! Diese Serie von 5 min. Präsentationen auf der O’Reily OSCON Konferenz sind einfach fett:

At an Ignite event, each speaker has 5 minutes to speak, and 20 slides that automatically rotate every 15 seconds.  At the O’Reilly Open Source Convention’s first Ignite event, nine speakers covered the following topics, each in exactly 5 minutes:

• Hacking the Amazon Kindle • Fun things you can do with textiles • DIY projects for the handicapped • Photographing open source • Saving money through open source software • How to be a better teacher • Repairing a rigged election in Nigeria • The Librarian Avengers film rating system • and finally, how the semantic web will lead to an apocalyptic cyborg future Resources