Visualizing empires decline from Pedro M Cruz on Vimeo.
Visualizing empires decline from Pedro M Cruz on Vimeo.
Surviving in the »Creative Industries« Zwischen Lust und Last des Informellen – Internationale Konferenz von Rosa Luxemburg Stiftung und »Helle Panke e.V.« Die »Creative Industries« gelten als Schlüssel für die Metropolenentwicklung im 21. Jahrhundert. Stadtregierungen wie in Berlin rücken sie ins Zentrum von Image- und Standortpolitik.
Wann: 13. und 14. November 09 Wo: Volksbühne im Prater, Kastanienallee 7-9. 10437 BerlinDas Programm für Freitag und Samstag hört sich sehr spannend an. Mein Tipp: Freitag14.11.09 20:30 bis 22 Uhr:
Streit am Abend: Zwischen den digitalen Fronten – mehr Geld, mehr Freiheit oder alles für alle? Mit:
Surviving in the »Creative Industries« – Joy and burden of the informal [en]
Siehe auch:
Am 10. Oktober fanden sich in Berlin rund 20 Menschen zu einer Veranstaltung der AG Digitale Demokratie, einer Arbeitsgruppe in der Partei DIE LINKEN zusammen, um sich über Freie Software zu informieren und über deren Bedeutung für unsere Gesellschaft zu debattieren. Zur inhaltlichen Einstimmung gab es zwei Vorträge zur Freien Software, die unten dokumentiert sind. Stefan Meretz hat sich die Mühe gemacht die beiden Vorträge in hübsche Slides zu packen und sogar noch mit den Audioaufzeichnungen zu synchronisieren. Mit sehr gelungenem Ergebnis. Die Audio-Dateien sind auch einzeln bei archive.org verfügbar.
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Nach dem Vortrag von Torten Grote von der Free Software Foundation Europe zur Frage, was Freie Software überhaupt ist, legte Stefan Meretz mit einem Vortrag nach, der es in sich hatte. Darin näherte er sich den Themen:
Besonders beeindruckt hat mich die Elloquenz mit der es Meretz gelingt so komplexe Zusammenhänge wie die zu “Immaterialgüterrecht und freie Lizenzen” anschaulich und leicht verständlich zu vermitteln. Geradezu revolutionäre Perspektiven eröffneten sich dann im Anschluss zu “Macht und Gegenmacht” und “Verallgemeinerung und Perspektive”. Hier ging es auch darum, ob sich die in der Freien Software Bewegung entstandenen Prinzipien und Methoden der Kollaboration und der sogenannten “Peer Production” auf andere Produktionsprozesse, etwa die von stofflichen Gütern, übertragen und so verallgemeinern lassen. Sehr bereichernd für die Diskussion war auch die Anwesenheit von Christian Siefkes, dem Autor des Buches “Beitragen statt Tauschen“, der wie Meretz ebenfalls bei Keimform.de schreibt. Meiner Meinung nach betreibt das Autorenkollektiv um den Blog Keimform derzeit die interessanteste theoretische Auseinandersetzung mit den Themen, freie Software, Commons / Gemeingüter, Kapitalismuskritik und peerproduction. Hier nun der Vortrag von Stefan Meretz.
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Eine schöner Artikel von Michel Bauwens auf dem Blog der P2P-Foundation: “Information feudalism and permanent rent in the cloud“: Cory Doctorow’s editorial in the Guardian has an implicit warning. Cloud Computing may be the vehicle for extracting permanent financial rents, in a form of license-based feudalism. Cory also thinks it is unwise to rely on a corporate cloud in times of financial turbulence.
Information Feudalism is the thesis implicit in Jeremy Rifkin’s Age of Access that holds that we are entering a regime where the freedom of property makes place for the unfreedom of licensing, in effect placing limits on what we can do with the things we purchase, resulting in a new kind of capitalist serfhood.
Cory Doctorow: “Since the rise of the commercial, civilian internet, investors have dreamed of a return to the high-profitability monopoly telecoms world that the hyper-competitive net annihilated. Investors loved its pay-per-minute model, a model that charged extra for every single “service,” including trivialities such as Caller ID – remember when you had to pay extra to find out who was calling you? Imagine if your ISP tried to charge you for seeing the “FROM” line on your emails before you opened them! Minitel, AOL, MSN — these all shared the model, and had an iPhone-like monopoly over who could provide services on their networks, and what those service-providers would have to pay to supply these services to you, the user.
Hier ein paar sehr interessante Audiomitschnitt von einem Treffen über “The Future of the Commons”. Silke Helfrich vom CommonsBlog hat einen Teil des internationalen Commons-Treffens transkribiert und übersetzt. Bitte den ganzen Text im CommonsBlog lesen!
Besonders interessant der Beitrag von Michel Bauwens von der P2P-Foundation. Er skizziert die Grundlzüge der commons-basierten Peer-Produktion — im CommonsBlog lesen!
Here you find 13 audio files recorded at the Crottorf retreat about the commons in June 2009. The files contain kick-off statements followed by discussions.
Ein weiterer grandioser Artikel von Krisentheoretiker Robert Kurz: Ökonomisches Paralleluniversum. Schade nur, dass er bei aller scharfsinnigen Kapitalismuskritik und seiner durchaus zutreffenden Kritik an new Economy und Internethype kein Verständniss für die emanzipativen und revolutionären Potentiale der neuen durch digitale Kommunikation und Internet hervorgebrachten gesellschaftliche Wandlungsprozesse aufzubringen vermag.
Die ideologisch und kulturell als »postmodern« sowie ökonomisch als »neoliberal« bezeichnete Epoche der Simulation geht ihrem schmählichen Ende entgegen. Ein spielerisches Verhalten zur Welt bricht sich an den harten materiellen Tatsachen. Auf der Ebene des fiktiven Kapitals hat der globale Finanzcrash bereits die verdrängte Wirklichkeit der substanziellen Kapitalverwertung unangenehm in Erinnerung gerufen. Dagegen scheint sich das technologische Paralleluniversum des Virtualismus, das vielfältige »Second Life« des Internet, eines munteren Daseins zu erfreuen. Von den 7 Milliarden Menschen sind gerade einmal 1,6 Milliarden »User«; die größte Population dieser Art stellt mit 298 Millionen China, was aber nur 22 Prozent der dortigen Bevölkerung ausmacht. In der globalen Öffentlichkeit nimmt die Debatte um das Internet einen überproportionalen Raum ein, als käme das reale Leben einer erdrückenden Mehrheit der Weltbevölkerung gar nicht mehr in Betracht. Dabei waren mit dem Dotcom-Crash um die Jahrhundertwende die Illusionen über die eigenständige Tragfähigkeit einer virtuellen Internet-Ökonomie bereits zusammengebrochen.
Von Silke Helfrich aus dem Commons Blog: Streiten für Gemeingüter: Jetzt! Es ist ein Manifest entstanden. Die Autorinnen und Autoren wollen einen Begriff stark machen und “den Gemeingütern eine Stimme geben”. Ob dies gelingt, wird die öffentliche Reaktion auf dieses Papier zeigen: Gemeingueter stärken. Jetzt! (download pdf)
Ein Vierseiter, der den Einsatz für Umwelt und Freie Software, für lebendige Stadteile und kulturelle Vielfalt zusammen denkt, als neue gesellschaftliche Bewegung.
“Es geht um die großen Gerechtigkeitsfragen unserer Zeit. Niemand darf den Gemeingütern mehr entnehmen, als er an sie zurück gibt. Das gilt für Marktteilnehmer wie für den Staat. Wer die Gemeingüter füllt, anstatt nur aus ihnen zu schöpfen, verdient Prestige und gesellschaftliche Anerkennung. Das Handeln der Wirtschaft, des Staates und des einzelnen Menschen den Gemeingütern zu verpflichten, muss zur Grundlage wirtschaftlichen, politischen und persönlichen Erfolgs werden.”
Das Dokument ist Ergebnis eines in dieser Form in Deutschland einzigartigen, interdisziplinären Dialogs zu Gemeingütern. Es entstand im Politischen Salon “Zeit für Allmende” 2008/2009. Die großen Themen:
Streiten Sie mit uns oder werden Sie zum Mitstreiter, für eine Gesellschaft, in der…
“Sich der Gemeingüter besinnen heißt: unsere Lebensbedingungen bewusst zu machen und auf allen Ebenen zu erforschen, wieviel Produktivität und Reichtum wir aus den Gemeingütern schöpfen. Es erfordert ein grundständiges Nachdenken über die Verfasstheit der Gesellschaft. Es heißt, in Freiheit und selbstbestimmt unseren gemeinschaftlichen Reichtum nutzen, teilen und mehren.”
Verlinken, Kommentieren und Kritisieren, Weiterverbreiten und Weiterentwickeln des Textes ist ausdrücklich erwünscht. Dringlicher aber ist eine Praxis, in der Gemeingüter nicht schwinden, sondern in aller Vielfalt immer wieder neu entstehen. Make commons work for people.
Silke Helfrich hat ein neues Buch geschrieben: “Wem gehört die Welt?” Und es geht darin natürlich um ihr Spezialgebiet, die “Commons” oder auch “Gemeingüter”. Lesen lohnt sich!
Klappentext
Auf den ersten Blick haben Wasser und Wissen, Erbgut und Atmosphäre nichts gemeinsam. Was sie aber eint, ist, dass sie zum Nötigsten für ein menschliches Leben gehören. Doch sie gehen der Gesellschaft immer mehr verloren, weil sie privatisiert und der allgemeinen Verfügung entzogen, missbraucht oder unbezahlbar werden. Die Welt gehört nicht mehr allen, sie wird eingezäunt und kommerzialisiert zu unserem Schaden. Davon zeugen die weltweiten Konflikte über die Trinkwasserversorgung, den Zugang zu neuen Technologien oder den Umgang mit Regenwäldern. Wir stehen an einem Scheidepunkt, an dem ein neuer Blick auf unsere gemeinsamen Besitztümer erforderlich ist. Dieses Buch will diesen neuen Blick ermöglichen. Es zeigt die Vielfalt unserer Gemeingüter und welch ungeheures Potenzial in ihnen steckt. Es macht uns vertraut mit Dingen wie Creative Commons, Slow Food und der Wissensallmende.
Silke Helfrich: Wem gehört die Welt? München 2009; 286 S., 24,90 €; Oekom Verlag, 2009; 286 S., 24,90 Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.deAus einer Rezension mit dem komischen Titel bei der Zeit: Ubuntu heißt Gemeinsinn
Die Aufsätze liefern wichtige Denkanstöße, auch wenn sich einige eher hölzern lesen und manches redundant oder widersprüchlich ist, wie oft bei solchen Readern. Beispiele werden zwar genannt, die vom gemeinschaftlichen Wald-Management in Mexiko bis zum aus Öleinnahmen finanzierten Treuhand-Fonds für Naturschutz in Alaska reichen. Doch man wünschte sich mehr ehrliche Nahaufnahmen auf jene Internet-»Communities«, die, noch am Rande der Gesellschaft, statt Windows lieber freie Software mit dem Betriebssystem Ubuntu nutzen (der Name steht in der Sprache der Zulu für »Gemeinsinn«) – oder auf Nachbarschaften, die Solar- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen betreiben. Auch sie dürften mit Konflikten zu kämpfen haben, und ohne einen scharfen Blick darauf bekommt das Lob der »Kümmerer« leicht etwas Schwärmerisches. In einer zutiefst individualistischen Gesellschaft möchte keineswegs jeder gern »Mit-Besitzer, Mit-Verantworter und Mit-Nutzer« sein. Unklar bleibt zudem bei vielen Beispielen, wie Commons, Staat und Markt konkret ineinandergreifen; die Rolle der Parlamente, die schließlich auch Bürger repräsentieren, wird gänzlich ausgespart. Doch das Nachdenken steht ja erst am Anfang. Das Buch dokumentiert eine Suchbewegung, die in die richtige Richtung weist. Anknüpfungspunkte für Debatten könnten viele Gruppen der Gesellschaft finden, und mit Ausnahme kategorischer Wirtschaftsliberaler auch politische Parteien.
Mal wieder eine Leseempfehlung in Sachen linker Theorie, diesmal über Anarchismus und Arbeiterbewegung mit dem Titel “Schicksahlsrauschen der Emanzipation” von Felix Klopotek auf der Jungle World Nr. 21/2009. Der Anarchismus kritisierte die alte Arbeiterbewegung von links – und teilte dabei ihre Schwächen. Der Artikel ist eine Antwort auf den ebenfalls lesenswerten Beitrag von Magnus Klaues “Wie sich Völker bilden”
Der Unterschied zwischen Marxisten und Anar chisten besteht nicht in der Differenz, dass die einen den Staat »aufheben«, die anderen ihn »abschaffen« wollen. Dazu haben sich Marx und Engels in der »Deutschen Ideologie« in aller Klarheit geäußert: Die »Proletarier (müssen), um persönlich zur Geltung zu kommen, ihre eigne bisherige Existenzbedingung, die zugleich die der ganzen bisherigen Gesellschaft ist, die Arbeit, aufheben. Sie befinden sich daher auch im direkten Gegensatz zu der Form, in der die Individuen der Gesellschaft sich bisher einen Gesamtausdruck gaben, zum Staat, und müssen den Staat stürzen, um ihre Persönlichkeit durchzusetzen.« Das ist Bakunin in Reinform…
Ich habe mal wieder ein bisschen Lesestoff gegen ein verkürztes Krisenbewusstsein gesammelt. Besonders empfehlen möchte ich euch den Artikel von Heiner Ganßmann bei Le Monde Diplomatique:
In der Finanzkrise geben sich die Politiker gern als Retter des Geldwesens. Sie bürden den Steuerzahlern große Opfer auf, mit der Begründung, Geld sei ein öffentliches Gut. Die aber ist nicht zwingend. Denn was ist ein öffentliches Gut? Nach der Wirtschaftstheorie zeichnen sich öffentliche gegenüber privaten Gütern durch zwei Merkmale aus: Erstens kann niemand von ihrem Konsum ausgeschlossen werden. Zweitens besteht keine Rivalität im Konsum. Beides lässt sich am Beispiel des Leuchtturms als einem öffentlichen Gut darstellen.
Außerdem möchte ich euch einen Artikel von Arnaud Zacharie empfehlen, in dem er die auf dem G20 Gipfel in London beschlossenen Wiederbelebungsversuche des totgesagten Weltwährungsfonds analysiert.
Am 2. April 2009 verständigte sich der G-20-Gipfel in London auf ein 1 100-Milliarden-Programm für Investitionen in den Entwicklungs- und Schwellenländern. In der Abschlusserklärung verkündeten die Staats- und Regierungschefs “einen globalen Plan”, der das Wirtschaftswachstum mit Summen von nie dagewesenem Umfang wieder ankurbeln soll. Der größte Gewinner bei diesem Plan ist der Internationale Währungsfonds (IWF). Seine Ressourcen für Kredite an Krisenländer sollen sich von 250 auf 750 Milliarden Dollar verdreifachen.
Desweiteren habe ich drei lesenswerte Artikel über deutsche und andere Bad Banks bei der Jungle World gefunden.
Banks not dead! Die Bad Banks sollen Banken von ihren Giftpapieren und faulen Krediten befreien. Das plant die Bundesregierung. Aber werden die Banken dadurch zu Good Banks? Wollen die Kreditinstitute das überhaupt? Wenn ja, wird die Kur teuer, nicht nur für den Staat. Auch den Angestellten geht es an den Kragen: Bad Banks, poor Bankers. Wer hinter dem Schalter lächeln muss, hat meist wenig zu lachen, denn die Kundschaft ist sauer. Doch wer ihnen keine Schrottpapiere andrehen mag, bekommt keine Prämie. Und verliert schneller den Job.
Weitere Texte und Analysen zur Finanzkrise bei Le Monde