Posted: September 7th, 2009 | Author: Daniel Dietrich | Filed under: Bloggen, Digital Natives, Digitalkultur | Tags: Bloggen, Digital natives, Digitalkultur | 3 Comments »

Das ging schnell. Vor wenigen Stunden wurde das “Internet-Manifest” veröffentlicht und nach einiger Kritik an Inhalt, Form und Entstehung des Manifests stellte Markus Bekedahl den Text zur “kolaborativen Zusammenarbeit” ins Wiki von Netzpolitik.org
Das Wiki wurde sofort Zeit geentert und durch Vandalismus nach kurzer Zeit unbrauchbar. Das ist natürlich das Werk von Trollen und keine schöne Sache. Was sich hier freilich zeigt ist die Verärgerung einiger aus der deutschen Online / Blogger Community über die selbstherrliche Attitude mit welcher das Manifest von diesem Kreis von 15 “Alfabloggern” veröffentlicht wurde. Das sieht nämlich ganz so aus als spreche hier eine selbsternannte “Elite” im Namen der Community. Der zweite Grund des Ärgers ist jedoch der Inhalt. Die Thesen sind seicht, marktkonform und somit eine Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen statt einer radikalen Kritik.
Interessant ist auch, dass das Manifest international viel positive Resonanz bekommt wärden hierzulande fast nur bissige Kritik. In der Tat kann selbst eine so grandiose Veranstaltung wie die re:publica nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Blogger Community hierzulande mit viel Missgunst und Eifersüchteleien gegenseitig beobachtet. Lest selbst. Aus dem Wiki:
Internetversteher verstehen das Internet nicht
“Erwartungsgemäß scheint das mit der Manifest Weiterentwicklung in einem wiki nicht zu funktionieren. Zuviel Vandalismus. Schade.” Weil ihr Realitätsfern seid!
Wahre Geschichte Bruder!
Gestern hab ich ein Internet-Manifest erstellt. Das war nach ein paar Stunden schon schrott, weil irgendwie Kritik ins Manifest gekommen ist. Fand ich schon wunderlich, weil ich nur in Blognähe war. Kostete mich dann über 9000 Stunden Reperatur, weil Sascha Lobo dafür keine Garantie übernehmen wollte. Heute hab ich es zurückbekommen. Dann sofort der nächste Schaden: Das Manifest wird kaputtgeredet. Einfach so. Ohne Akzeptanz ist das Manifest aber weitgehend wertlos. Mal schauen, was Sascha Lobo dazu sagt und ob diesmal die Garantie wenigstens zieht. Ich ärgere mich nur, dass ich soviel Zeit in ein Internet-Manifest investiert habe, das innerhalb von Stunden zum zweiten Mal kaputtgeredet wird. Und ich mich jetzt wieder mit dem Sascha Lobo rumärgern darf. Nochmal bin ich nicht bereit, Zeit dafür zu investieren
Das Internet braucht keine selbstverliebten Medienhuren, die denken dass sie die “Generation Wikipedia” vertreten
キタ━━━━━━(゚∀゚)━━━━━━ !!!!!
Das Internet braucht kein Urheberrecht
Jeder darf Uhren aufheben!
Das Internet braucht kein neues Manifest, denn das gab es schon:
A Declaration of the Independence of Cyberspace by John Perry Barlow vom EFF
Posted: September 7th, 2009 | Author: Daniel Dietrich | Filed under: Bloggen, Digital Natives, Digitalkultur, Medienkritik | Tags: Bloggen, Digital natives, Digitalkultur, Medienkritik, Medienwandel, web2.0 | Comments Off
Die Debatte ist schon etwas älter, die Fronten sind verhärtet. Seit mehreren Jahren gibt es erbitterten Streit um einen vermeintlichen Konflikt der am besten mit den Stichworten: “Medienwandel” und “Qualitätsjournalismus vs. das geschwätzige Rauschen des Internet” beschrieben werden kann. Darin werden Untergangszenarien der traditionellen (Print-) Medien wegen der Konkurrenz der neuen Medien ebenso unhinterfragt in die Debatte geführt wie die Behauptung traditioneller (kommerzieller) Journalismus sei Qualitätsjournalismus und das Treiben der Blogger, auch als Bürgerjournalismus bezeichnet, sei ein geschwätziger Strom von Gequassel und Behauptungen.
Wie sehr dabei Protagonisten beider Seiten die Welt nur durch ihre Brille sehen und wie wenig dabei über den eigenen Tellerrand geblickt wird belegen unzählige Beiträge.
Auf Initiative von Mario Sixtus hat nun eine Gruppe von Netzafinen das Internet-Manifest “Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen” verfasst, um der Debatte über den “Untergang des sogenannten Qualitätsjournalismus” und der latenten Internetfeindlichkeit in vielen Medien ein zeitgenössisches Manifest entgegen zu setzen.
Auf der Seite “Internet-Manifest” kann jeder Mitzeichner werden. Der Text steht unter der CC-BY-Lizenz und kann zu den Bedingungen gerne und oft wieder verwendet und kopiert werden.
Internet-Manifest
Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.
1. Das Internet ist anders.
Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.
2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.
Das Web ordnet das bestehende Mediensystem neu: Es überwindet dessen bisherige Begrenzungen und Oligopole. Veröffentlichung und Verbreitung medialer Inhalte sind nicht mehr mit hohen Investitionen verbunden. Das Selbstverständnis des Journalismus wird seiner Schlüssellochfunktion beraubt – zum Glück. Es bleibt nur die journalistische Qualität, die Journalismus von bloßer Veröffentlichung unterscheidet.
3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.
4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.
Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.
5. Das Internet ist der Sieg der Information.
Bisher ordneten, erzwungen durch die unzulängliche Technologie, Institutionen wie Medienhäuser, Forschungsstellen oder öffentliche Einrichtungen die Informationen der Welt. Nun richtet sich jeder Bürger seine individuellen Nachrichtenfilter ein, während Suchmaschinen Informationsmengen in nie gekanntem Umfang erschließen. Der einzelne Mensch kann sich so gut informieren wie nie zuvor.
6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.
Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen. Dazu gehört die Darstellung der Information als sich ständig verändernder fortlaufender Prozess; der Verlust der Unveränderlichkeit des Gedruckten ist ein Gewinn. Wer in dieser neuen Informationswelt bestehen will, braucht neuen Idealismus, neue journalistische Ideen und Freude am Ausschöpfen der neuen Möglichkeiten.
7. Das Netz verlangt Vernetzung.
Links sind Verbindungen. Wir kennen uns durch Links. Wer sie nicht nutzt, schließt sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs aus. Das gilt auch für die Online-Auftritte klassischer Medienhäuser.
8. Links lohnen, Zitate zieren.
Suchmaschinen und Aggregatoren fördern den Qualitätsjournalismus: Sie erhöhen langfristig die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten Öffentlichkeit. Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert.
9. Das Internet ist der neue Ort für den politischen Diskurs.
Demokratie lebt von Beteiligung und Informationsfreiheit. Die Überführung der politischen Diskussion von den traditionellen Medien ins Internet und die Erweiterung dieser Diskussion um die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit ist eine neue Aufgabe des Journalismus.
10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.
Artikel 5 des Grundgesetzes konstituiert kein Schutzrecht für Berufsstände oder technisch tradierte Geschäftsmodelle. Das Internet hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf. Deshalb muss das Privileg der Pressefreiheit für jeden gelten, der zur Erfüllung der journalistischen Aufgaben beitragen kann. Qualitativ zu unterscheiden ist nicht zwischen bezahltem und unbezahltem, sondern zwischen gutem und schlechtem Journalismus.
11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.
Es waren einst Institutionen wie die Kirche, die der Macht den Vorrang vor individueller Informiertheit gaben und bei der Erfindung des Buchdrucks vor einer Flut unüberprüfter Information warnten. Auf der anderen Seite standen Pamphletisten, Enzyklopädisten und Journalisten, die bewiesen, dass mehr Informationen zu mehr Freiheit führen – sowohl für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
12. Tradition ist kein Geschäftsmodell.
Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele. Das wettbewerbsintensive Internet erfordert aber die Anpassung der Geschäftsmodelle an die Strukturen des Netzes. Niemand sollte versuchen, sich dieser notwendigen Anpassung durch eine Politik des Bestandsschutzes zu entziehen. Journalismus braucht einen offenen Wettstreit um die besten Lösungen der Refinanzierung im Netz und den Mut, in ihre vielfältige Umsetzung zu investieren
13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.
Das Urheberrecht ist ein zentraler Eckpfeiler der Informationsordnung im Internet. Das Recht der Urheber, über Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Netz. Dabei darf das Urheberrecht aber nicht als Hebel missbraucht werden, überholte Distributionsmechanismen abzusichern und sich neuen Vertriebs- und Lizenzmodellen zu verschließen. Eigentum verpflichtet.
14. Das Internet kennt viele Währungen.
Werbefinanzierte journalistische Online-Angebote tauschen Inhalte gegen Aufmerksamkeit für Werbebotschaften. Die Zeit eines Lesers, Zuschauers oder Zuhörers hat einen Wert. Dieser Zusammenhang gehört seit jeher zu den grundlegenden Finanzierungsprinzipien für Journalismus. Andere journalistisch vertretbare Formen der Refinanzierung wollen entdeckt und erprobt werden.
15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.
Das Internet hebt den Journalismus auf eine qualitativ neue Ebene. Online müssen Texte, Töne und Bilder nicht mehr flüchtig sein. Sie bleiben abrufbar und werden so zu einem Archiv der Zeitgeschichte. Journalismus muss die Entwicklungen der Information, ihrer Interpretation und den Irrtum mitberücksichtigen, also Fehler zugeben und transparent korrigieren.
16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.
Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware. Ein Publikum gewinnt auf Dauer nur, wer herausragend, glaubwürdig und besonders ist. Die Ansprüche der Nutzer sind gestiegen. Der Journalismus muss sie erfüllen und seinen oft formulierten Grundsätzen treu bleiben.
17. Alle für alle.
Das Web stellt eine den Massenmedien des 20. Jahrhunderts überlegene Infrastruktur für den gesellschaftlichen Austausch dar: Die “Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten – für sich oder in der Gruppe. Journalisten mit Standesdünkel und ohne den Willen, diese Fähigkeiten zu respektieren, werden von diesen Nutzern nicht ernst genommen. Zu Recht. Das Internet macht es möglich, direkt mit den Menschen zu kommunizieren, die man einst Leser, Zuhörer oder Zuschauer nannte – und ihr Wissen zu nutzen. Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt.
Internet, 07.09.2009
Wer dabei mithelfen möchte, diesen Text weiterzuentwickeln, kann das gerne hier tun.
Posted: April 14th, 2009 | Author: Daniel Dietrich | Filed under: Bloggen, Digitalkultur, Medienkritik | Tags: Bloggen, Digitalkultur, Medienkritik | Comments Off
Wunderbar! Zukunft Medien: 10 Beobachtungen & 10 Thesen von Christiane Schulzki-Haddouti. Ein absolutes Muss für alle die sich für die “Medien im Wandel” Debatte interessieren: Zukunft Medien: 10 Beobachtungen & 10 Thesen
Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein Autor einer Tageszeitung die sich rasant entwickelnde Medienlandschaft beklagt. Dabei wäre es wichtig, die sich verändernden infrastrukturellen Bedingungen der Medienlandschaft möglichst genau zu benennen. Denn nur das kann die Voraussetzung dafür sein, zukunftsfähige Medienprodukte zu entwickeln. Aus zehn Beobachtungen ergeben sich zehn Thesen zur Zukunft der Medien.
10 Beobachtungen
- 1. Niedrige Barrieren der Inhalteproduktion und -rezeption
- 2. Medienkompetenz als Voraussetzung für erfolgreiche Teilhabe
- 3. Erosion des Gatekeeping
- 4. Zunehmende Fragmentierung von Öffentlichkeit
- 5. Neue Chancen mit Lückenbesetzen und Vernetzen
- 6. Die (Wieder-) Entdeckung authentischer Inhalte
- 7. Die Erweiterung journalistischer Produktionszyklen
- 8. Die Werbung als wackeliges Rückgrat der professionellen Inhalteproduktion
- 9. Der Klick verliert, der Besucher gewinnt
- 10. Nutzung der Marke für verwandte Wertschöpfungsketten
10 Thesen – Hauptthese: “The network is the medium”
Alles unterliegt den Regeln der sozialen Organisation. Je besser man diese versteht, desto besser versteht man auch die Regeln, die in Netzwerken gelten. Die Thesen im einzelnen. Read the rest of this entry »
Posted: April 9th, 2009 | Author: Daniel Dietrich | Filed under: Gegenöffentlichkeit, Medienkritik | Tags: Bloggen, Gegenöffentlichkeit, Medienkritik | Comments Off
Ich bin das Thema zwar etwas leid, aber da es sich ja immer wieder großer Beliebtheit erfüllt möchte ich euch hier auf den hervorragenden Beitrag von Christiane Schulzki-Haddouti zum Thema “Medienwandel: Blogging vs. Qualitätsjournalismus” hinweisen. Über die Interview-Serie der Süddeutschen Zeitung zur „Zukunft der Medien” schreibt sie: Mit Bloggern auf Augenhöhe
Die Interview-Serie der Süddeutschen Zeitung zur „Zukunft der Medien“ fiel kürzlich auf mit kampagnenhaften Titelparolen wie „Google News ist unser Feind“, „Wir werden von Blogs und Gelaber überflutet“, „Der Blogger-Schreck“ oder „Blogger gehen nach dem Copy-and-Paste-Prinzip vor“. Dabei zeichnete sich die Serie durch profunde Interviewpartner, eine breite Perspektive, kluge Interviewer und intelligente Antworten aus. Die Titel drücken daher vor allem redaktionelle Skepsis gegenüber der Bloggerwelt aus, verraten jedoch wenig von der Komplexität der sich sehr dynamisch entwickelnden Blogosphäre. Dabei könnten Journalisten von Bloggern gleich in mehrfacher Hinsicht lernen.
„Diskursivität ist ein Merkmal für guten neuen Journalismus“, sagt Lorenz Lorenz-Meyer, Leiter des Studiengangs „Online-Journalismus“ an der Hochschule Darmstadt. Journalisten entscheiden, welche Debatten öffentlich geführt werden sollen, indem sie Argumente recherchieren und darlegen. Dafür prüfen sie Fakten und recherchieren den Hintergrund von Personen und Organisationen – so gut wie möglich. Das Einhalten bestimmter Verhaltenskodizes gegenüber allen Beteiligten gehört dabei zu den Spielregeln. Das anzustrebende Ergebnis ist eine glaubwürdige, möglichst authentische Berichterstattung.
Erfolgreiche Blogs wie die von Don Alphonso oder Stephan Niggemeier zeichnen sich dadurch aus, dass die Autoren klare Standpunkte einnehmen, Meinung zeigen und Diskussionen anstoßen – und auch das Hinterfragen der eigenen Beiträge zulassen. Die Diskursivität ist somit eine herausragende Eigenschaft dieser Blogs.
Sie wird von entsprechenden Benchmarks aufgegriffen, in dem diese den Vernetzungsgrad abbilden. So bezieht sich etwa die so genannte Technorati-Authority darauf, wie oft Blogs ein anderes Blog verlinken. Weitere Dienste berücksichtigen, wie oft Blog-Beiträge kommentiert werden oder wie oft Leser die Beiträge in Social-Bookmark-Diensten wie Del.icio.us speichern. Verlinkungen und Kommentierungen werden als Ausdruck von Diskursen gewertet.
Leider war ja die Debatte zum Thema “Die Medienwelt im Wandel” auf der re:publica außerordentlich schwach. Ich vermute, dass eigentlich niemand so richtig Lust auf das alte Streitthema hatte. Immer wieder lesenswert in diesem Zusammenhang der Artikel von Burkhard Schröder, den er anlässlich der Veranstaltung “Journalismus für Weblogs” das Deutschen Jounalistenverbandes am 09. Jan. 2008 schrieb: Die heilige Einfalt der Holzmedien.
Eine Diskussion zwischen Journalisten und Bloggern offenbart die noch immer existierenden Gräben. In Berlin diskutierten Am letzten Donnerstag Journalisten mit Bloggern. Man redete mit vereinten Kräften aneinander und am Thema vorbei. Die vom Deutschen Journalisten-Verband organisierte Veranstaltung bewies, dass das Internet in den Köpfen der Holzmedien-Vertreter noch nicht angekommen ist. Und viele Blogger wissen nur begrenzt, was Journalismus bedeuten könnte, wie die “Nachbereitung” der Diskussion zeigt.
Posted: April 8th, 2009 | Author: Daniel Dietrich | Filed under: Bloggen, Digitalkultur, web2.0 | Tags: Bloggen, Digitalkultur, web2.0 | Comments Off
Man kann es nie allen recht machen. Zu kommerziell, zu unkommerziell, zu politisch zu unpoltitisch – you name it – what ever. Nur das es mit dem W-Lan nicht immer geklappt hat – darin sind sich alle einig. Ich fands großartig! Ich habe eine menge hervorragender Vorträge gehört, nette Leute kennengelernt und wieder getroffen, hatte eine Menge Spaß und habe ein paar sehr spannende, kontroverse Diskussionen geführt. Das Konzept die re:publica zu re:politisieren ist meiner Meinung nach aufgegangen.
Johnny Heussler schreibt auf Spreeblick:
re:view – Meine re:publica-Nachlese
Zwischendurch fragte mich ein Journalist immer wieder nach dem „Sinn“ der re:publica. “Wie wäre es denn damit: Der Sinn der re:publica ist der Austausch, das Gespräch. Das Zuhören, das Einmischen. Das Selbstreflektieren und der gleichzeitige Blick über den Tellerrand.”
Auch Markus bekedahl schreibt auf Netzpolitik einen Rückblick:
re:view der re:publica´09
Die re:publica ist seit der ersten Veranstaltung 2007 massiv gewachsen. Was als Blogger-Konferenz begann, wo sich die meisten kannten, ist auf 1600 Menschen angewachsen. Und auch das Themenspektrum ist grösser geworden. Wir sind nicht mehr die “Blogger-Konferenz”, sondern versuchen soviele Facetten der Digitalen gesellschaft abzudecken, wie das zeitlich und räumlich in drei Tagen möglich ist.
Doch warum soviel Gerede, schaut euch einfach selbst einmal ein paar der großartigen, kreativen, klugen, beeindruckenden, inspirierenden Beiträge an. Zum Beispiel:
Lawrence Lessig: Society 2.0
Rishab Ayer Gosh: Collaborative Creativity and the Test of Time
Cory Doctorow: How to survive the Web without embracing it
Jimbo Wales: Wikipedia, Wikia, and the future of Free Culture
Peter Glaser: Internet & Ethik
Tina Günther, Clemens Lerche, Christiane Link: Digitale Identität
Jan-Hinrik Schmidt: Das neue Netz
Ralf Bendrath,Hendrik Speck,Jan Schallaböck: Netiquette for Social Networks
Esra’a Al Shafei: Political evolution
Mary C. Joyce: The Power of the digital US: Obama and Beyond
Mary C. Joyce ,Esra’a Al Shafei
Alle Videomitschnitte auf http://make.tv/republica2009