“Boredom is always counterrevolutionary. Always.” Guy Debord

Joi Ito über das Verhältnis von Internet und Demokratie

Posted: August 22nd, 2009 | Author: | Filed under: Demokratie, Digitalkultur, Gegenöffentlichkeit, Medienkritik, Video | Tags: , , , | Comments Off

Neues vom Elektrischen Reporter, diesmal im Interview: Joi Ito war DJ und Nachtclub-Betreiber, hatte in der Anfangszeit des Internet-Booms Ideen, die sich zu Geld machen ließen, und ist jetzt Risikokapital-Investor und Geschäftsführer der Creative-Commons-Organisation. Er beschäftigt sich intensiv mit dem Verhältnis von Internet und Demokratie und spricht mit dem “Elektrischen Reporter” wie das Internet Politik und Politiker verändert.

<p style="text-align: center;margin-top: 1em;margin-bottom: 1em"><a href="http://www.elektrischer-reporter.de/rohstoff/video/154/">Elektrischer Reporter – Joi Ito: “Neue Medien verändern den Politiker-Typ”</a></p>


Dieses Interview im Kontext: Web-Kampagne: Wähler-generierter Wahlkampf


Social Media Plattform “Engagiert in Deutschland”

Posted: May 22nd, 2009 | Author: | Filed under: Bürgerrechte, Demokratie, Gegenöffentlichkeit, Medienkritik | Tags: , , | Comments Off

Dr. Brigitte Reiser schreibt auf Techkoop einen schönen Artikel zum Thema Social Media für die Zivilgesellschaft – das neue Portal “Engagiert in Deutschland”

Der Anspruch der neuen Plattform „Engagiert in Deutschland“ ist hoch: sie will zu einem „Drehkreuz der Zivilgesellschaft“ werden, zu einer „Engagement-Zentrale“, die sämtliche Möglichkeiten des Freiwilligen Engagements, die deutschlandweit von Bürgern, gemeinnützigen Organisationen, Staat und Wirtschaft angeboten werden, präsentiert. Gesammelt werden sollen die Daten für Engagementmöglichkeiten auf örtlicher Ebene über kommunale „Engagement-Plattformen“, die in das Internet-Angebot von 2000 Kommunen integriert werden. In diese lokalen Plattformen sollen die örtlichen Vereine und Einrichtungen ihre Angebote für Freiwillige eintragen. Die vor Ort gesammelten Daten werden schließlich in der Plattform „Engagiert in Deutschland“ vereint. Der Erfolg des Bundesportals hängt somit von der Bereitschaft der örtlichen Akteure ab, Daten für die jeweilige lokale Plattform zur Verfügung zu stellen und zu pflegen.

Medienwandel: Neue Fragen / alte Antworten

Posted: April 9th, 2009 | Author: | Filed under: Gegenöffentlichkeit, Medienkritik | Tags: , , | Comments Off

Ich bin das Thema zwar etwas leid, aber da es sich ja immer wieder großer Beliebtheit erfüllt möchte ich euch hier auf den hervorragenden Beitrag von Christiane Schulzki-Haddouti zum Thema “Medienwandel: Blogging vs. Qualitätsjournalismus” hinweisen. Über die Interview-Serie der Süddeutschen Zeitung zur „Zukunft der Medien” schreibt sie: Mit Bloggern auf Augenhöhe

Die Interview-Serie der Süddeutschen Zeitung zur „Zukunft der Medien“ fiel kürzlich auf mit kampagnenhaften Titelparolen wie „Google News ist unser Feind“, „Wir werden von Blogs und Gelaber überflutet“, „Der Blogger-Schreck“ oder „Blogger gehen nach dem Copy-and-Paste-Prinzip vor“. Dabei zeichnete sich die Serie durch profunde Interviewpartner, eine breite Perspektive, kluge Interviewer und intelligente Antworten aus. Die Titel drücken daher vor allem redaktionelle Skepsis gegenüber der Bloggerwelt aus, verraten jedoch wenig von der Komplexität der sich sehr dynamisch entwickelnden Blogosphäre. Dabei könnten Journalisten von Bloggern gleich in mehrfacher Hinsicht lernen. „Diskursivität ist ein Merkmal für guten neuen Journalismus“, sagt Lorenz Lorenz-Meyer, Leiter des Studiengangs „Online-Journalismus“ an der Hochschule Darmstadt. Journalisten entscheiden, welche Debatten öffentlich geführt werden sollen, indem sie Argumente recherchieren und darlegen. Dafür prüfen sie Fakten und recherchieren den Hintergrund von Personen und Organisationen – so gut wie möglich. Das Einhalten bestimmter Verhaltenskodizes gegenüber allen Beteiligten gehört dabei zu den Spielregeln. Das anzustrebende Ergebnis ist eine glaubwürdige, möglichst authentische Berichterstattung. Erfolgreiche Blogs wie die von Don Alphonso oder Stephan Niggemeier zeichnen sich dadurch aus, dass die Autoren klare Standpunkte einnehmen, Meinung zeigen und Diskussionen anstoßen – und auch das Hinterfragen der eigenen Beiträge zulassen. Die Diskursivität ist somit eine herausragende Eigenschaft dieser Blogs. Sie wird von entsprechenden Benchmarks aufgegriffen, in dem diese den Vernetzungsgrad abbilden. So bezieht sich etwa die so genannte Technorati-Authority darauf, wie oft Blogs ein anderes Blog verlinken. Weitere Dienste berücksichtigen, wie oft Blog-Beiträge kommentiert werden oder wie oft Leser die Beiträge in Social-Bookmark-Diensten wie Del.icio.us speichern. Verlinkungen und Kommentierungen werden als Ausdruck von Diskursen gewertet.

Leider war ja die Debatte zum Thema “Die Medienwelt im Wandel” auf der re:publica außerordentlich schwach. Ich vermute, dass eigentlich niemand so richtig Lust auf das alte Streitthema hatte. Immer wieder lesenswert in diesem Zusammenhang der Artikel von Burkhard Schröder, den er anlässlich der Veranstaltung “Journalismus für Weblogs” das Deutschen Jounalistenverbandes am 09. Jan. 2008 schrieb: Die heilige Einfalt der Holzmedien.

Eine Diskussion zwischen Journalisten und Bloggern offenbart die noch immer existierenden Gräben. In Berlin diskutierten Am letzten Donnerstag Journalisten mit Bloggern. Man redete mit vereinten Kräften aneinander und am Thema vorbei. Die vom Deutschen Journalisten-Verband organisierte Veranstaltung bewies, dass das Internet in den Köpfen der Holzmedien-Vertreter noch nicht angekommen ist. Und viele Blogger wissen nur begrenzt, was Journalismus bedeuten könnte, wie die “Nachbereitung” der Diskussion zeigt.

Linke Medien in Zeiten der Krise

Posted: February 28th, 2009 | Author: | Filed under: Gegenöffentlichkeit, Medienkritik, Podcast | Tags: , , | Comments Off

Ausschnitte der Veranstaltung “Das Comeback der Überzeugungen. Starker Staat, schwache Banken, politische Presse. Haben die linken Medien im Krisenjahr 2009 wieder Konjunktur?”, am 19. Februar 2009 im Berliner taz-Café

Podium: Bascha Mika, Chefredakteurin taz Wolfgang Storz, Autor ehemals Chefredakteur FR Jürgen Reents, Chefredakteur Neues Deutschland Philip Grassmann Chefredakteur Freitag Anne Roth (Bloggerin) Moderation: Petra Wetzel, Redakteurin ver.di PUBLIK


Internetkultur, Meinungsfreiheit und Zensur in China

Posted: February 28th, 2009 | Author: | Filed under: Demokratie, Gegenöffentlichkeit, Medienkritik | Tags: , , | Comments Off

In dem Artikel From Red Guards to Cyber-vigilantism to where next? über Internetkultur, Meinungsfreiheit und Zensur in China stellt Oiwan Lam einige sehr interessante Fragen: In welcher Weise kann ein demokratischer Umgang mit Öffentlichkeit und Medien der chinesischen Zivilgesellschaft die politische und soziale Entwicklung in China beeinflussen? Sie diagnostiziert eine Verunsicherung der Eliten im Umgang mit der Demokratisierung der Gesellschaft und speziell im Hinblick auf Pluralität, Meinungsfreiheit im Internet.

When I watch China’s human flesh search engines in action I often think of the Cultural Revolution and the Red Guards. Unlike the Red Guards they’re not really being manipulated by one charismatic leader (yet); they’re just acting on their own. Like the Red Guards, the intent of today’s cyber-vigilantes is idealistic; they believe in their absolute moral righteousness. Sometimes they expose corrupt and venal officials who deserve to go to jail. Other times they conduct moral witch hunts against people whose behavior may not be very admirable but what crime did they commit exactly and who is to be the judge? It is very exciting that the Internet is making it increasingly difficult for Chinese government officials to behave irresponsibly, abuse taxpayer funds, or commit crimes without being exposed. The question is, where is this all headed?

Will the Chinese people rise above cyber-vigilantism and use the Internet to build a just and fair society governed by accountable leaders?

Den ganzen Artikel weiterlesen: From Red Guards to Cyber-vigilantism to where next?


Medienaktivismus: The Info-Activism Camp

Posted: February 23rd, 2009 | Author: | Filed under: Gegenöffentlichkeit, Medienaktivismus, Termine | Tags: , , | Comments Off

Mensch das hört sich spannend an. Leider so weit weg… The Info-Activism Camp – February 19th – 25th 2009, India.

This seven-day camp is organised by Tactical Technology Collective in collaboration with Aspiration, our long term partner, who are co-developing the curricula and leading the facilitation at the camp. This first-ever international camp on Info-Activism will feature 120 participants, picked through a competitive selection process, who will not only learn but also share skills and techniques to aid in the process of advocacy. Workshops, group discussions, interactive sessions and live demos, which to a large extent will evolve from participants’ proposals, are all part of the one-week programme. Check CAMPERSpeak – a blog run by Frederic Noronha directly from and about the camp – here it is: CAMPERSpeak

Was ist Info-Activism?

Info-Activism is an approach which helps rights advocates tactically utilise information, communications and digital technologies to enhance advocacy work. Tactical Tech believes that new technologies have significant potential to enhance the work of campaigners and advocates, giving them the tools to gather and analyse information and the means to turn that information into action. In this website, we would like to introduce you to our new initiative – The Info-Activism Camp which will be held in Bangalore, India between the 19th and 25th of February 2009. More about our approach to Info-Activism can be found here.

Microblogging: Von den Modi der Öffentlichkeit und gleichberechtigten Beziehungen

Posted: February 18th, 2009 | Author: | Filed under: Demokratie, Gegenöffentlichkeit, Medienkritik | Tags: , , | 2 Comments »

In einem sehr interessanten Artikel setzt sich Benni Baumann (sorry!) Bärmann auf dem Blog ” Keimform” mit dem Zusammenhang zwischen moderner Kommunikationstechnologien wie Microblogging und politischen Begriffen wie Öffentlichkeit, Gegenöffentlichkeit, Propaganda und Repräsentation auseinander. Zunächst untersucht er verschiedene “Modi von Öffentlichkeit” und ihre jeweilige Eingebundenheit in historisch auftretende Gesellschaftsformen und deren spezifische Herrschaftsverhältnisse:

Verkündigungsöffentlichkeit, Propagandaöffentlichkeit, Diskussionsöffentlichkeit und zuletzt die öffentlichen Inspirationscluster.

Sie sind nicht auf die Schaffung von Legitimität ausgerichtet. Ihre Aufgabe ist die Herstellung von handlungsfähigen, egalitär organisierten Gruppen von Menschen ähnlicher Auffassungen. Sie sind nicht repräsentierbar und nicht beherrschbar. Ihr Handlungsmodus ist die gleichberechtigte Beziehung und ihre Gesellschaftsform ist der Commonismus. Das Microblogging im Zweifel auch ein wirksames Mittel sein kann, um sich gegen Angriffe zu wehren, oder ein nützliches Werkzeug für soziale Bewegungen, ist dabei eher ein netter Nebeneffekt. Ihre wahre Power liegt jenseits davon, darin, dass sich die Struktur der Öffentlichkeit ändert: Vom Livestream zum Lifestream.